STADT ¯ARY (SORAU)

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DAS DEWIN- PACK- UND BIBERSTEINSCHLOSS

Das gotische Dewin- und Packschloss hat seinen Anfang im 13. Jh. und seine Entstehung war mit der Anlegung der Stadt im Jahre 1260 verbunden. Es war ein dreigeschossiger Ziegelbau mit einem engen Innenhof und Turm. Die Überreste dieses Baus sind jetzt in das Renaissanceschloss der Bibersteiner eingefügt. In den Jahren 1540-1549 wurde der Bau im Stil der italienischen Renaissance - verziert mit Galerien, reichen Stückarbeiten und einem Turm im Südteil - von einigen Italienern und einem Baumeister aus Jawor (Jauer) umgebaut. Die Säle schmückten Renaissancewandmalereien, von denen ein Teil bis heute erhalten blieb. Die Fassade des Innenhofes wurde mit einem Sgraffitoschmuck verziert. Ein Bruchstück aus der Schlossküche ist heute am Rathaus angebracht.
 


Der Ausbau erfolgte in der Zeit des erbenlosen Todes der zwei letzten Standesherren, der Brüder Hieronymus und Christoph Biberstein. Es war zugleich auch das Ende der fast zweihundertjährigen Herrschaft dieses Geschlechts in ¯ary (Sorau) und Frydlant (Friedland in Böhmen). In den Jahren 1551-1556 gehörte das Schloss mit den Besitzungen Trzebiel (Triebel) und ¯ary kurz dem Kaiser Ferdinand l., der das Lehen dem Markgrafen Georg Friedrich von Hohenzollern - Ansbach verpfändete. Der Breslauer Bischof Balthasar von Promnitz erwarb es mit den Besitzungen und setzte folglich mit kaiserlichem Einverständnis seinen Neffen Seifried zum Hauptmann in Sorau und Triebel, der dann nach dessen Tode diese Herrschaften erbte. Das Geschlecht der Promnitze herrschte in ¯ary bis 1765.
 


Um 1700 wurde der Schlossturm umgebaut, indem er erhöht wurde, eine neue Uhr und eine prächtige Barockgestalt erhielt. Der letzte aus dem Geschlecht der Promnitze, Johann Erdmann III., trat die Standesherrschaft ¯ary an die Krone von Sachsen gegen eine Jahresrente ab. Das Biberstein- und Promnitzschloss wurde nach dem Wiener Kongress 1815 Besitztum des preußischen Staates. Seit 1825 war im Bibersteinschloss ein Gefängnis untergebracht. In den Jahren 1930-1945 hatte hier nach einer gründlichen Renovierung das Heimatmuseum des Landkreises ¯ary seinen Sitz. Im Zweiten Weltkrieg wurde der eine Flügel des Schlosses stark beschädigt, die Museumssammlungen sind verschollen. Nach dem Krieg wurden bis 1990 denk-malpflegerische Arbeiten durchgeführt. Es wurden Stückarbeiten wieder hergestellt, die Decken verstärkt, das Dach gesichert und der zerstörte Flügel aufgebaut.

DAS PROMNITZSCHLOSS

Direkt in der Nähe des Bibersteinschlosses hat der hervorragendste Vertreter des Geschlechts von Promnitz, Erdmann II., in den Jahren 1705-1726 sein Barockschloss bauen lassen. Die Architekten der Schlossanlage wie auch der dazugehörigen Gärten, des Parks, des Reitstalls, des Lustschlosses und des Jagdschlosses waren Giovanni Simonetti, Carl Spanninger und August Beer. Besonders der letzte, der sich in ¯ary (Sorau) ununterbrochen von 1711 bis 1726 aufhielt, verlieh der monumentalen Residenz ihr endgültiges barockes Aussehen. In den Jahren 1704-1708 war Georg Philipp Telemann Kapellmeister am Sorauer Hofe von Erdmann II. wie auch in seiner Sommerresidenz in Pszczyna (Plesse). Aus dieser Zeit stammen Kompositionen, in denen man Elemente der polnischen Volksmusik erkennen kann. Er hat zum ersten Mal die polnischen Mazurkas und Polonaisen in die Weltklassik übertragen. Telemann war als Hofkapellmeister der Nachfolger des be¬kannten Musiktheoretikers Caspar Printz.
Auf dem Schloss waren häufig die polnischen Könige und sächsischen Kurfürsten August II. und August III. zu Gast, die hier auf der Durchreise von Dresden nach Warschau einkehrten. Vor dem Kriege war das Schloss reich mit Wandmalereien, Stückarbeiten, Kaminen, Möbeln und Gemälden ausgestattet. Im Schloss war auch eine Kapelle. Vier im Sandstein gemeißelte Wappen aus dieser Kapelle befinden sich im Kabinett für Stadtgeschichte in der Ogrodowa Straße.
 


Nach 1815 diente dieses Schloss als Verwaltungsgebäude. Hier hatte das Landratsamt des Landkreises Sorau seinen Sitz. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Reitstallbau zerstört. Das Schloss ist fast ganz unversehrt geblieben. Noch im Jahre 1950 war hier das Landratsamt vom Landkreis ¯ary. Nach den organisatorischen Änderungen wurden im Schloss denkmalpflegerische Arbeiten begonnen. In den 70er Jahren des 20. Jh. hat man eine neue Dachkonstruktion gebaut. Von der Schlossausstattung ist zur Zeit nichts vorzufinden. Seit 1992 ist das Schloss im Privatbesitz.

tekst I. Brzeziñski
© Stadtverwaltung ¯ary
 

fot. Andrzej Buczyñski

 
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