STADT ¯ARY (SORAU)

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Porzellanfabrik in Sorau wurde von Gustav Otremba 1888 in Gebäuden ehemaliger Nagelfabrik gegründet und wurde Gustav Otremba Porzellanfabrik Sorau N/L genannt. Ihr Sitz befand sich Am Schiesshaut 6 (heute gibt es diese Strasse nicht mehr). 1889 trat der Gesellschaft Franz Böhme, Ingenieur und Hauptmann der Landwehr, bei. Nachdem Gustav Otremba vier Jahre nach der Gründung der Fabrik seinen Weg gegangen war, wurde die Fabrik seinem Teilhaber Franz Böhme am 3. Juni 1892 verkauft.
Im Januar 1900 traten 45 Fabriken, darunter Porzellanfabrik in Sorau der Vereinigung Deutscher Porzellanfabriken zur Hebung der Porzellanindustrie, G.m.b.H. bei. Die Porzellanfabrik in Sorau verwandelte sich am 1. Oktober 1901 in Gesellschaft mit beschränkter Haf¬tung, indem sie sich der Politik der Deutschen Vereinigung Porzellanfabriken zur Hebung der Porzellanindustrie G.m.b.H anpasste. Seit dieser Zeit hieß sie „Porzellanfabrik Sorau GmbH". Fritz Böhme (Sohn von Franz Böhme) wurde neuer Inhaber der Fabrik. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges ver¬ursachte viele Schwierigkeiten in der keramischen Industrie in Europa. Viele Faktoren d.h. Truppenaushebung gelernter Arbeiter, Verlust vieler Arbeitsmärkte in Überseeländer, Exporteinstellung nach Nordamerika und Europa, Verarmung der Gesellschaft, Stockung im Handel sowie Verlust der Interesse an Porzellanerzeugnissen, zwang die ganze Keramikindustrie, darunter Porzellanfabrik in Sorau zu Änderungen und zur Suche neuer Fonds für Entwicklung der Produktion. Franz und Fritz Böhme verkauften die Fabrik im März 1918 einem neuen Teilhaber. Der einzige Inhaber wurde damals Kaufmann Gotthard Curtius.
 


Anfangs Dezember 1918 wurde die Fabrik vom Konzern Christian & Ernst Carstens übernommen. So wurde die Fabrik „C. & E. Carstens, Porzellanfabrik Sorau N/L" benannt. Der neue Inhaber wurde Kaufmann und Teilhaber des Konzerns Ernst AugustCarstens (1872- 1923) aus Elmshorn, ein der Aktieninhaber des Konzerns, der ungefähr 14 Porzellanfabriken und Manufakturen, darunter Porzellan¬fabriken in Reichenbach, Blankenhain, Zeven besaß. Der Inhaber Ernst Carstens starb plötzlich am 2 Oktober 1923.
Nach seinem Tod wurde die Fabrik von Erben übernommen: die Frau von Ernst Carstens Anna Christina Carstens geb. Hinrichs (1879-1968) bekam 50% Erbteils und zwei Söhne der ältere Walter und der jüngere Ernst be¬kamen je 25 % Erbteils. Die Fabrik trug seitdem den Namen „C & E Carstens Porzellanfabrik Sorau N.L. Inhaber Ernst Carstens Erben". Seit der Übernahme vom Konzern brachte die Fabrik in Sorau größeren Gewinn als ihre Schwester-fabrik in Blankenhain.
Dank Export nach Amerika hatte die Porzellanfabrik in Sorau gesicherte Stellung auf den europäischen und amerikanischen Märkten. Die Porzellanfabriken in Blanken¬hain, Reichenbach und Sorau sowie Steingutfabrik in Elmshorn bildeten dann eine Gruppe. Die Zentralstelle wurde C.&E. Carstens Elmshorner Steingutfabrik mit Sitz in Elmshorn Schleswig Holstein, d.h. in der Carstens' Heimat¬stadt. Im Jahre 1924 wurde die Arbeiteranzahl der Sorauer Fabrik 300, 1925-360 und 1930 bis 400 Personen trotz der Weltkrise gestiegen. In den dreißiger Jahren erreichte Fabrik ihre Spitzenleistungen. In der Fabrik arbeitete sogar eine Malerwerkstatt. Während des Zweiten Weltkrieges ge¬hörte die Fabrik zur Rüstungsindustrie, es galten somit Vorschriften der Rüstungsindustrie. Außer Tafelporzellan begann die Fabrik Porzellanisolatoren und andere kleine Porzellanelemente herzustellen, die von der Rüstungs-industrie verwendet wurden.
 


In den vierziger Jahren produzierte die Fabrik Porzellan nach ihren alten gut geprüf¬ten Mustern. Die Pro¬jektanten arbeiteten aber weiterhin an neu¬en Entwürfen, um die Kunden zufrieden zu-stellen und um neue Kunden zu finden. Das Sorauer Porzellan trug aber eindeutliches Ge¬präge des Krieges, weil die Fabrik in Sorau sehr schnell schon anfangs 1940 aufge¬hört hatte, Gold zum Schmücken ihrer War¬en zu verwenden. Die¬se Änderungen waren mit dem Verbot verbunden, Gold während des Krieges zum Schmücken des Porzellans zu verwenden. Dieses Verbot galt für die ganze Keramikindustrie in Deutschland. 1943 wurde die Fabrik in Sorau Kommanditengesellschaft.

 


Am sog. "schwarzen Dienstag" 11.04.1944. um 11:30 Uhr wurde die Stadt von der 8. amerikanischen Luftflotte (108 Bomber) bombardiert. Dieser Bombenangriff hatte das Ziel, die Jagdflug¬zeugfabrik Focke Wulf in Sorau zu zerstören. Bei diesem Teppich¬luftangriff wurde die Porzellanfabrik nicht zerstört und man produ¬zierte das Sorauer Porzellan weiter. Erst im Februar 1945 wurde die Fabrik nach schweren Kämpfen zerstört. In den Jahren 1945-1948 verlor Konzern Carstens alle drei Porzellanfabriken. Die zerstörte Porzellanfabrik in Sorau befand sich jetzt in Polen und die Fabriken in Blankenhain und Reichenbach wurden von der DDR-Regierung nationalisiert. Ein Teil der Arbeiter der Porzellanfabrik Sorau siedelte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Blankenhain und Reichenbach um, wo sie weiterhin in nationalisierten Porzellan¬fabriken arbeiteten. Damit endet die über 60-jährige Geschichte der Porzellanfabrik in Sorau. Nach dem Krieg wurde die Fabrik nicht wiederaufgebaut. In übrig gebliebenen Büro- und Ausstel¬lungsräumegebäuden fand ihren Sitz eine Baugewerbeschule und jetzt befinden sich dort verschiedene Landwirtschaftsschulen. Im Laufe ihrer fast 60-jährigen Arbeit stellte die Porzellanfabrik in Sorau über 22.000 Waren mit verschiedenen Mustern und Dekor her. In den dreißiger Jahren produzierte Porzellanfabrik in Sorau Waren in verschiedenen Formen und Dekor, die in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts von vielen Porzellanfabriken genutzt wurden. Diese Formen erfreuten sich großer Beliebtheit und galten als sehr modern, niemand aber assoziierte sie mit der zerstörten Porzellanfabrik in Sorau.
 

tekst Irena i Roman Gatys
© Stadtverwaltung ¯ary


Eine große Porzellansammlung kann man im Kabinett für die Stadtgeschichte bewurden (ul. Ogrodowa):
Geöffnet montags, dientags, donnerstags und freitags von 10:00 bis 14:30 Uhr, sowie mittwochs von 12:00 bis 17:00 Uhr.
 

fot. Andrzej Buczyñski

 
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