MUSKAUER FALTENBOGEN

Aus der Vogelperspektive

Wie ein
Gletscher den Bergarbeitern half

Bergbaufolgelandschaft

Anthropogene Seeplatte Flora und Fauna Karte
 

 

 

 

 

 

 

 
Wenn man die regionalen topographischen Landkarten, die Luftaufnahmen oder die Satellitenbilder sich ansieht, ist es leicht zu erkennen, dass £êknica und ihre Nachbarstadt Bad Muskau fast direkt in der Mitte eines bogenförmigen hügeligen Geländes liegen. Das ist ein Werk eines Gletschers, dessen Eiszünge hufeisenförmigen Moränen geformt hat, wodurch der Muskauer Faltenbogen entstand. Dieser Gletscher kam vor ca. 400 000 Jahren (südpolnische Vereisung) aus Skandinavien. Die nächsten Inlandseismassen, aus der mittelpolnischen Vereisung, haben die ursprüngliche Gestalt der Moränen ausgeglichen und neu modelliert.

Heutzutage imponiert der Muskauer altenbogen mit seiner Höhe nicht so sehr wie früher, als er viel imposanter war. In der Nähe von Bory Dolno¶l±skie/Niederschlesische Wälder - östlich von £êknica und in der Umgebung von Przewo¼niki – sind die Moränenhügel kaum bemerkbar. Ihre Höhe beträgt weniger als 30 m. Betonenswert ist, dass die gut erhaltene postglaziale Struktur, die so perfekt von oben herab sichtbar ist, weltweit als modellhaftes Beispiel für eine Stauchmoräne dient. Ähnlich erhaltenen Formen der postglazialen Bogen sind nur in Kanada und in anderen Orten in Nord Amerika lokalisiert.

In dem polnischen Teil des Muskauer Faltenbogens beträgt die maximaleHöhe 178,8 m süd. M. in der Umgebung von ¯arki Wielkie und 182,8 m ü. .M. nördlich von Nowe Czaple. Im deutschen Teil erreichen die Anhöhen 184,0 m ü.d.M. (Döbern), 175,8 m ü.d.M. (Reuthen) und 160 m ü.d.M. (Kromlau). Durchschnittliche Höhe der am höchsten gelegenen Moränenschichten schwingt zwischen 140 und 160 m ü. d. M. Das heutige Gebiet hat folgende Größen: Fläche ca. 150 km2, Länge des Bogens – 45 km; Ausdehnung – 20 km; Fläche des polnischen Teiles – 75 km2.

Den meist faszinierenden Punkt auf diesem postglazialen Gebiet verkörpern die Sammlungen der nicht weit von sich gelegenen Senken und Moränenrücken. Ihre Breite schwingt zwischen 10 bis 200 m und ihre Tiefe zwischen 2 bis 20 m. Sie verlaufen sich gegenüber parallel. Die erwähnten Senken, deren Ursprung verschiedenartig ist, sind oft mit Wasser ausgefüllt. Der nächste Blick auf eine Landkarte zeigt uns eine Harmonie die zwischen der Form dieser Senken und der Gestalt der Moränenhügel vorkommt.

Nächste Neuigkeit stellen die Gletscherspuren von mehreren Generationen. Neben den Anhöhen, die während der südpolnischen Vereisung entstanden, sind hier auch viel jüngere Forme, die west-östlich verlaufen, zu sehen. Sie heißen Akkumulationsmoränen und formten sich dort, wo die Eismasse während des Rückgangs aufgehalten ist. Diese Moränen bestehen aus dem Detritus, den der Gletscher transportierte und der während des Aufenthalts geschmolzen ist.

Dank einer Computersimulation lassen sich die ursprüngliche bogenförmige Anhöhen zwischen Przewo¼niki und £êknica und zwischen Jasionów und Chwaliszów rekonstruieren. Ihre Höhe schwingt hier zwischen 12 bis 18 m. Die Verlaufslinien dieser Endmoränen zeigen deutlich die längeren Aufenthalte der Eismasse während ihres Rückgangs. Neben den postglazialen Formen können wir hier andere Ereignisse bewundern, die aber anderer Ursprung sind. Es bezieht sich vor allem auf die schmalen und langen Senken, die in vielen Orten zu treffen sind (süd-westlich von Tuplice und auch südlich von Trzebiel). Diese Senken zeigen die Verlaufslinien des gestauchten und gepressten Kohlenflözes, das im tertiären Miozän sich formte.

Diese Elemente sind typisch und charakteristisch für das Gebiet, wo glazialtektonische Störungen der Graukohlenformationen vorkommen. Sie werden auch als Gieser genannt. Der Name kommt vermutlich aus der Sprache der alten Slawen und war eine Bezeichnung für einen See. Andere Bezeichnung für die Senken dieser Art lautet „Verwitterungsgraben“ (Das sich in der Oxidationssphäre befindende Kohlenflöz unterliegt dem Prozess der Verwitterung, wodurch die oberste Flözschicht verschwindet und zur Absenkung der Erdoberfläche führt). Diese Gräben sind meistens trocken und waldbewachsen, aber auch manchmal mit dem Wasser ausgefüllt. Sie können auch eine Nische für Torfmoore bilden. Die darauf wachsenden Bäume sterben durch das Wirken des saureren Wassers ab. Die Wasserfarbe ist hier äußerst rostig.

Aus der Karte ist auch zu lesen, dass das Neiße-Tal, das meridianartig läuft, den Muskauer Faltenbogen symmetrisch auf zwei Teile durchschneidet. In der Umgebung von £êknica und Bad Muskau befindet sich die Durchbruchstelle des Flusses. Der Unterschied in der Höhe zwischen dem Flussgrund und der Rändern beträgt 25 m. Innerhalb des Tales können wir leicht die Terrassenschichten erkennen, die die Landschaft beleben. Fürst von Pückler hat sie ideal bei der Gestaltung seines Parks ausgenutzt. Ähnlichen Charakter stellt der rechte Zufluss der Lausitzer Neiße – Skroda. Die Flussmündung von Skroda in die Neiße befindet sich 4 km süd-östlich von £êknica. Die große Sammlung der Rotbuchen
lädt ein, diesen Ort zu besichtigen.

Ein Blick auf den Querschnitt

Der sich von den Gebirgen in Skandinavien bewegende Gletscher war über 3000 m dick. Als er das Europäische Tiefland erreichte und sich weiter in der Richtung Süden bewegte, reduzierte sich seine Dicke aus 1000 m auf 500 m. Trotz dieser Verkleinerung übte diese Eismasse einen großen Druck auf das Sediment aus. Diese Druckkraft verursachte die Auspressung der tief gelegenen Gesteine aus der Erde. Das erklärt die Struktur der Moräne des Muskauer Faltenbogens, derer Elemente nicht nur für das Quartär, sondern auch für das Tertiär datiert sind.

Die Angaben aus der Bohrung, die man bei der Suche nach dem Braunkohlenflöz durchfuhr, informieren uns darüber, dass die Detritusstörungen in der Umgebung von £êknica 150 m tief in die Erde griffen. Das beweist beeindruckend das Ausmaß des Eismassewirkens.

Schluff- und Sandgesteine oder die Braunkohle sind sehr oft in Form von Schuppen und verschiedenartigen Falten ausgepresst. Diese Störungen sieht man am deutlichsten bei der Beobachtung der Struktur des Braunkohlenflözes. Das beweist, dass die größten Bodenveränderungen infolge des Gletscherdrucks in der Umgebung von £êknica und ¯arki Wielkie vorkamen. Die erkundeten Kohlenflöze, die östlich von Przewozniki liegen, sind jetzt horizontal geschichtet.

Diese Angaben kommen aber aus den weit von sich entfernten Punktbohrungen. Ganze Wiederherstellung des Verlaufes der hier erwähnten glazialtektonischen Störungen ist sehr schwer und das ist auch aus den geologischen Querschnitten aus verschiedenen Jahren zu erkennen.

 

Jacek Ko¼ma "Muskauer Faltenbogen – Zeugnis der alten Vergletscherung"
fragm. "Muskauer Park und die geotouristischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von £êknica" - £êknica 2005

 
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